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Burgund

 

Übersicht

Flaggen

Bedeutung/Ursprung der Flagge

Wappen

Bedeutung/Ursprung des Wappens

Landkarte der historischen Regionen in Frankreich

Erläuterungen zu den Regionen

Geschichte

Ursprung des Landesnamens



Flaggen

Flagge Fahne flag drapeau Burgund Burgundy Bourgogne
Flagge von Burgund,
Quelle, nach: Wikipedia (DE)




Flagge Fahne flag drapeau Burgund Burgundy Bourgogne
ca. 1370–1477,
Flagge von Burgund,
Quelle, nach: Wikipedia (FR)




Flagge Fahne flag drapeau Burgund Burgundy Bourgogne
1960–2016,
inoffizielle Flagge der Region Burgund,
Quelle, nach: Wikipedia (DE)



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Bedeutung/Ursprung der Flagge

Die Flagge von Burgund ist eine Wappenflagge, ihr Design gibt das Bild des Wappens des jüngeren Hauses Burgund wieder. Die damit verbundene Heraldik zeigt ein Flaggentuch, dass wie das Wappen gevierteilt ist. Die Flagge zeigt zwei mal, in Feld 1 und 3, die Heraldik des älteren Hauses Burgund (1031–1361), einen sechsfach schrägrechts zwischen Gold und Blau geteilten Schild, der von einem roten Rand umgeben ist; und die Flagge zeigt zwei mal, in Feld zwei und vier, die Heraldik der Touraine, den blauen, mit goldenen Lilien belegten Schild der Kapetinger, der von einem rot-weißen geständerten Rand umgeben ist. Gerade das jüngere Haus Burgund verwendete in seinem umfangreichen Besitz (außer Burgund selbst gehörten dazu unter anderem noch dazu: Artois, Nevers, die Freigrafschaft Burgund, Flandern, Brabant und Holland) und auch zur See eine einfachere Flagge, die viel leichter herzustellen und zu erkennen war, eine weiße Flagge mit einem roten Astkreuz. Als die Niederlande in den Besitz der spanischen Linie der Habsburger kamen, fand das Astkreuz Aufnahme in die Gestaltung vieler spanischer Flaggen, z.B. im Baskenland oder in den amerikanischen Vizekönigreichen. Die zwischen 1960 und 2016 bestehende Region "Bourgogne" (Burgund), verwendete eine inoffizielle Flagge, welche – wie die historische Flagge – die Merkmale der Heraldik des jüngeren Hauses Burgund zeigte.

Quelle: Volker Preuß

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Wappen


Wappen arms crest blason Burgund Burgundy Bourgogne
Wappen des Herzogtums Burgund unter dem älteren Haus Burgund,
Quelle, nach: Heraldique Europeenne


Wappen arms crest blason Burgund Burgundy Bourgogne
Wappen des Herzogtums Burgund unter dem jüngeren Haus Burgund,
Quelle, nach: Heraldique Europeenne

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Bedeutung/Ursprung des Wappens

Das älteste bekannte Wappen von Burgund ist jenes des Älteren Hauses Burgund. Es zeigt einen sechsfach schrägrechts zwischen Gold und Blau geteilten Schild, der von einem roten Rand umgeben ist. Das Ältere Haus Burgund geht auf die Kapetinger zurück. Es regierte Burgund von 1031 bis 1361. Diese Dynastie entstand als Robert II., König von Frankreich, das Herzogtum Burgund im Jahre 1031 als Apanage an Robert, seinen zweiten Sohn übergibt. Mit dem Tod von Herzog Philipp I. starb das Ältere Haus Burgund aus. Das bekannteste Wappen von Burgund ist jenes des Jüngeren Hauses Burgund. Es ist gevierteilt und zeigt zwei mal, in Feld 1 und 3, die Heraldik des älteren Hauses Burgund; und zwei mal, in Feld 2 und 4, die Heraldik der Touraine, den blauen, mit goldenen Lilien belegten Schild der Kapetinger, der von einem rot-weißen geständerten Rand umgeben ist. Das Jüngere Haus Burgund geht auf die Dynastie der Valois zurück. Es regierte Burgund von 1363 bis 1482. Das Jüngere Haus Burgund entstand im Jahr 1363, als König Johann II. von Frankreich (Haus Valois) seinen vierten und jüngsten Sohn Philipp (Herzog Philipp II. von Burgund, Philipp der Kühne) mit dem Herzogtum Burgund belehnt. Ebenso erhebt er die Touraine zu einem Herzogtum und übergibt sie ebenfalls an Philipp. Auf diese Weise wurde die Heraldik der Touraine mit der von Burgund in einem Wappen verbunden. Mit dem Tod von Maria von Burgund starb das Jüngere Haus Burgund im Jahre 1482 aus.

Quelle: Wikipedia (DE), Volker Preuß


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Landkarte der historischen Regionen in Frankreich

Die historischen, französischen Regionen:

in Schwarz: Provinz und Gouvernement im Jahre 1776,
in Rot: ehemalige Grafschaft, Provinz oder Gouvernement

Landkarte: Volker Preuß

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Erläuterungen zu den Regionen

Die bis zur Französischen Revolution bestehenden Provinzen (bzw. Gouvernements) waren historisch gewachsene Gebilde, die sich oft aus ehemaligen Lehensgebieten der französischen Krone, historischen Grafschaften und Herzogtümern heraus entwickelt hatten, oft über hunderte von Jahren bestanden und Regionalität (kulturelle Besonderheiten und regionale Sprachen) bewahrt hatten. Der Französischen Revolution waren solche Erscheinungen natürlich nicht erwünscht, und im Rahmen ihrer blutigen und gewalttätigen Gleichmacherei wurden jegliche regionale Bezüge ausgemerzt. Kurz nach der Revolution wurden die Provinzen aufgelöst und Frankreich in viele kleine Départements aufgeteilt, die annähernd gleich groß und den gleichen Status haben sollten. Benannt wurden die Départements nach Flüssen oder Gebirgen, um auf keinen Fall den Namen einer der alten Provinz zu verwenden. Es gelang jedoch nicht, die Verbindungen der Einwohner Frankreichs zu ihrer jeweiligen Region abzuschneiden, so dass im Jahre 1960 wieder administrative Regionen geschaffen wurden, um bestimmte Verwaltungsprozesse regional steuern zu können. Dazu wurden Départements, die in einer bestimmten historischen Provinz lagen, zu einer historisch oft gleichnamigen Region administrativ zusammengefasst. Die dabei entstandenen Gebilde decken sich nur annähernd mit den Grenzen der historischen Provinzen. Im streng zentralistischen Frankreich wird jedwede Regionalität vermieden, so dass auch die offiziellen Flaggen dieser Regionen meist aussehen wie Flaggen von Firmen, lieblos, unhistorisch, technokratisch und modernistisch, die hier nicht Gegenstand lexikalischer Betrachtungen sein sollen. Nur in wenigen dieser Regionen gibt es offizielle Flaggen die an historische Vorbilder erinnern. Aber, sogar die Existenz dieser heutigen Regionen ist in Frage gestellt, denn im Jahr 2014 wurde eine Gebietsreform beschlossen, welche die Anzahl der Regionen ab dem Jahr 2016 durch Fusionen auf fast die Hälfte verringert. Jedoch gibt es für fast alle Regionen inoffizielle Flaggen, die an die alten Provinzen und die alte Heraldik erinnern sollen.

Wikipedia-Link zu den Regionen Frankreichs: hier klicken
FOTW-Link zu den Regionen Frankreichs: hier klicken

Quelle: Flags of the World, Wikipedia (D), Volker Preuß

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Geschichte

Antike · Besiedelung durch keltische Stämme, deren größte die Haeduer und Mandubier sind

55 v. Chr. · römische Eroberung, das Gebiet kommt an die Provinzen Gallia Narbonensis und die drei Alpenprovinzen

52 v. Chr. · ein Aufstand der Gallier unter Vercingetorix wird niedergeschlagen

4/5. Jahrhundert n. Chr. · die Burgunder wandern – aus der Region zwischen Oder und Weichsel kommend – in das Römische Reich ein, lassen sich am Mittelrhein bei Worms nieder und plündern benachbartes Römisches Siedlungsgebiet

436 · das Reich der Burgunder am Mittelrhein wird durch Hunnen in Römischem Dienst zerschlagen

443 · die überlebenden Burgunder werden von den Römern im Bereich des Genfer Sees und im heutigen Savoyen angesiedelt

443–500 · Herausbildung des Königreiches der Burgunder (Burgundia), Ausdehnung des Herrschaftsgebietes

534 · Eroberung des Königreiches der Burgunder durch die Franken, das heutige Burgund kommt an das Fränkische Reich, das Gebiet bleibt als Teilreich mit eigener Verwaltung bestehen

870 · durch die Teilung des Frankenreiches (Vertrag von Meersen) entsteht das Westfränkische Königreich, das Ostfränkische Königreich, und das Fränkische Königreich Italien – Burgund wird geteilt, der Norden (Hochburgund) kommt an das Westfränkische Reich, der Süden (Niederburgund) kommt an das Fränkische Königreich Italien

877 · Niederburgund trennt sich von Italien

879 · Boso von Vienne wird König von Niederburgund

880 · durch die Teilung des Frankenreiches (Verträge von Verdun und Ribbemont) entsteht das Westfränkische Königreich (das spätere Frankreich), das Ostfränkische Reich (das spätere Deutsche Reich), das Königreich Italien, das Königreich Hochburgund (unter dem Welfen Rudolf), das Königreich Niederburgund bleibt bestehen, ehemals burgundische Gebiete im Nordwesten kommen als "Regnum Burgundiae" ebenfalls an das Westfränkische Königreich

920–1016 · das Regnum Burgundiae entwickelt sich zu einem Herzogtum Frankreichs, das den Namen Burgund trägt

951 · Hochburgund und Niederburgund werden unter Konrad III. von Hochburgund zum Königreich Burgund vereinigt, das Land trägt auch den Namen Arelat

1016 · der französische König Robert II. (aus dem Haus der Kapetinger) erobert das Herzogtum Burgund

1031 · Robert II., übergibt das Herzogtum Burgund als Apanage an Robert, seinen zweiten Sohn, er begründet die Dynastie des Älteren Hauses Burgund, die bis 1361 regieren wird

1033 · das Königreich Burgund (Arelat) kommt als Erbteil an das Deutsche Reich, der Römisch-Deutsche Kaiser Konrad der Ältere wird in Peterlingen (Payerne) zum König von Burgund gewählt, in den Folgejahren zerfällt das Land jedoch in mehrere Grafschaften (Grafschaft Provence, Grafschaft Venaissin, Grafschaft Savoyen, Grafschaft Dauphiné, Freigrafschaft Burgund), der letzte König von Burgund ist Kaiser Karl IV., der im Jahr 1365 inthronisiert wurde

1328 · Tod von König Karl IV. von Frankreich (der Schöne), Aussterben der direkten Linie Kapetinger, nach salischem Recht (Lex Salica) besteigt Graf Philipp von Valois (als König Philipp VI., Sohn des Prinzen Karl von Valois, Cousin ersten Grades von König Karl IV.) den französischen Thron, der englische König Eduard III. erhebt Ansprüche auf den Thron von Frankreich, da er mütterlicherseits ein Neffe von Karl IV. ist, Anlass für den "Hundertjährigen Krieg" (englisch-französischer Krieg, 1338–1453), das Haus Valois stellt die Könige von Frankreich von 1328 bis 1589, das Herzogtum Burgund wird ein verbündeter Englands

1361 · Tod von Herzog Philipp I. von Burgund, Aussterben des Älteren Hauses Burgund, das Land wird der Krondomäne angegliedert

1363 · König Johann II. von Frankreich (Haus Valois) belehnt seinen vierten Sohn Philipp (Philipp II.) mit dem Herzogtum Burgund, er begründet die Dynastie des Jüngeren Hauses Burgund, die bis 1482 regieren wird

1369 · Philipp II. (der Kühne) heiratet Margarete, Erbtochter von Artois, Nevers, Flandern und der Freigrafschaft Burgund

1404–1419 · Herrschaft von Herzog Johann Ohnefurcht

1419–1467 · Herrschaft von Herzog Philipp dem Guten

1467 · Beginn der Herrschaft von Herzog Karl den Kühnen

1474 · Beginn des Krieges gegen die Schweizer Eidgenossenschaft

1475 · Beginn des Krieges gegen das Herzogtum Lothringen

1477 · Schlacht bei Nancy, Niederlage gegen Lothringen, Tod von Herzog Karl dem Kühnen

11.02.1477 · Maria von Burgund, Tochter von Karl dem Kühnen, Tritt das Erbe als Herzogin an, nachdem sie den Ständen Zugeständnisse machen musste (Großes Privileg), noch im selben Jahr heiratet sie den späteren römisch-deutschen Kaiser Maximilian von Habsburg, Ludwig XI. – der König von Frankreich – zieht darauf hin das Herzogtum Burgund und andere Gebiete Burgundischen Besitzes als erledigte Lehen ein und erklärt sie zu besetzten Gebieten, es kommt zum Krieg

1479 · Schlacht bei Guinegate, großer Sieg für Maximilian, die Stände verweigern sich jedoch einer weiteren Finanzierung des Krieges und und verhandeln nicht nur mit Frankreich sondern beginnen einen Krieg gegen Maximilian

1482 · Tod von Maria von Burgund, die Stände ernennen den erst vierjährigen Philipp den Schönen zum Herzog (Sohn von Maximilian von Habsburg und Maria von Burgund), die Stände veranlassen die Heirat von Margarete von Österreich (zweijährige Tochter von Maximilian von Habsburg und Maria von Burgund) mit dem französischen Dauphin (Prinz) Karl (Karl VIII. als König von Frankreich), das Herzogtum Burgund und die anderen Gebiete Burgundischen Besitzes kommen so (als Mitgift) an Frankreich

1488 · Maximilian von Habsburg wird von den Bürgern von Brügge als Geisel genommen und von einem Heer unter der Führung von Kaiser Friedrich III. befreit

1493 · Friedensvertrag von Senlis, Maximilian von Habsburg verzichtet auf das Herzogtum Burgund, die Grafschaft Rethel und die Picardie, die Stände werden entmachtet, das Große Privileg abgeschafft, das Herzogtum Burgund wird durch den König von Frankreich der Krondomäne angegliedert

1506 · Tod von Philipp dem Schönen von Habsburg, das Erbe geht an seinen Sohn Karl (als Kaiser: Karl V.), der 1515 für mündig erklärt wird, er strebt die Rückgewinnung des Herzogtums Burgund an

1529 · Kaiser Karl V. verzichtet endgültig auf das Herzogtum Burgund, jedoch verbleiben die Freigrafschaft Burgund und die Niederlande in Habsburgischem Besitz

16.–18. Jahrhundert · das Herzogtum Burgund (als Teil der Französischen Krone) wird nicht mehr als Apanage vergeben, es wird zur Provinz, lediglich der Titel verbleibt als einer von vielen Titeln der französischen Monarchie, das Land ist in die Zivilverwaltung des Königreiches Frankreich eingebunden und hat eine Gouvernementsverwaltung (Bourgogne)

1776 · die schon im 14. Jahrhundert geschaffenen Gouvernements der Zivilverwaltung des Königreiches Frankreich werden auf eine Anzahl von 39 Stück festgeschrieben und entsprechen so der Anzahl der Provinzen, in den Vorjahren konnten auch mehrere Provinzen in einem Gouvernement zusammengefasst sein

1789 · Französische Revolution, die Gouvernements und Provinzen werden abgeschafft, die Bourgogne wird in Départements zerlegt (im wesentlichen Côte-d'Or und Saône-et-Loire und zum kleineren Teil in die Départements Yonne und Ain)

1960 · Wiedereinführung von Regionen in Frankreich, Bildung der Region Burgund (Bourgogne), mit der Hauptstadt Dijon, jedoch nicht innerhalb historischer Grenzen sondern durch Einbindung der Departements Yonne, Nièvre, Côte-d'Or und Saône-et-Loire

Quelle: Wikipedia (DE), Meyers Konversationslexikon

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Ursprung des Landesnamens

Der Name "Burgund" geht auf den germanischen Stamm der Burgunder zurück, der im 5. und 6. Jahrhundert hier lebte.

Quelle: Volker Preuß

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