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Deutsches Reich

 

Übersicht

Begriffsklärung

Flaggen

andere wichtige Flaggen

Bedeutung/Ursprung der Flagge

Landkarte

Geschichte


Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation

Die Geschichte des Heiligen Römischen Reiches begann Weihnachten des Jahres 800 mit der Krönung des Karolingers Karl (Karl der Große) zum römischen Kaiser, die von Papst Leo III. vollzogen wurde. Etwa ab 1030 setzte sich die offizielle Bezeichnung Imperium Romanum für das Kaiserreich durch, welche sich etwa um 1160 in Sacrum Imperium änderte. Im Jahr 1254 wird das Reich erstmals Sacrum Imperium Romanum genannt. Die Bezeichnung Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation (Sacrum Imperium Romanum Nationis Germanicae) wird seit dem 15. Jahrhundert verwendet, und sollte wahrscheinlich die kulturelle deutsche Vorherrschaft im Reich ausdrücken. Der Titel des obersten Monarchen war zunächst "König". Die Kaiserwürde konnte nur durch Krönung durch den Papst erlangt werden. Seit dem 13. Jahrhundert wurden die Könige des Reiches durch sieben Kurfürsten gewählt. Seit dem Jahr 1438 waren bis auf eine einzige Ausnahme immer Habsburger die deutschen Könige. Die Krönung durch den Papst wurde 1530 letztmalig durchgeführt, denn seit 1519 führte der gewählte und gekrönte deutsche König automatisch den Titel "Erwählter Römischer Kaiser". Im Jahre 1804 nahm der deutsche Kaiser Franz II. von Habsburg den Titel "Kaiser von Österreich" an, und legte am 06.08.1806 nach Gründung des Rheinbunds die deutsche Kaiserkrone nieder. Damit endete das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

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Flaggen

Flagge Fahne Deutsches Reich Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation flag Holy Roman Empire of German Nation German Empire
bis 1433,
Reichsbanner,
Quelle, nach: Adler nach: Lexikon der Heraldik




Flagge Fahne Deutsches Reich Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation flag Holy Roman Empire of German Nation German Empire
ca. 1200 bis 1350,
Flagge des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (zusätzlich zum Reichsbanner zu hissen)




Flagge Fahne Deutsches Reich Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation flag Holy Roman Empire of German Nation German Empire
1433–1806,
Reichsbanner




Flagge Fahne Deutsches Reich Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation flag Holy Roman Empire of German Nation German Empire
1433–1806,
Reichsbanner – farbige Variante




Reichssturmfahne Flagge Fahne Deutsches Reich Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation flag Holy Roman Empire of German Nation German Empire
ca. 11. Jhd – 1806,
Reichssturmfahne mit Wimpel,
Quelle, nach: Adler nach: Lexikon der Heraldik


Reichsrennfahne Flagge Fahne Deutsches Reich Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation flag Holy Roman Empire of German Nation German Empire
ca. 11. Jhd – 1806,
Reichsrennfahne




Blutfahne Flagge Fahne Deutsches Reich Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation flag Holy Roman Empire of German Nation German Empire
ca. 11.–17. Jhd.
Blutfahne,
Info? - hier tippen oder klicken

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andere wichtige Flaggen

Flagge Fahne Deutscher Orden flag Teutonic Order Knights
seit 1198,
Flagge des Deutschen Ordens




Flagge Fahne Hochmeister Deutscher Orden flag High Master Teutonic Order Knights
seit 1198,
Flagge des Hochmeisters des Deutschen Ordens



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Bedeutung/Ursprung der Flagge

Als Stifter des Adlers des Heiligen Römischen Reiches kann im Prinzip Karl der Große angesehen werden. Unter seiner Führung kam das Frankenreich (im Westen christliche Germanen und Gallo-Römer, im Osten heidnische Germanen) zur vollen Größe und Blüte. Karl etablierte den Adler als sein Staatssymbol. Der Adler war den Germanen heilig, als Symbol der Allwissenden Weisheit ihres obersten Gottes Wodan, und, er stand für die Macht des Römischen Imperiums, er war bei den Römischen Kaisern beliebt und die Römischen Legionen trugen den Adler als Feldzeichen (Aquila).

Legionsadler mit militärischen Auszeichnungen

Diese Feldzeichen bestanden aus einer senkrechten Tragestange, an dessen oberen Ende eine Querstange befestigt war. Auf dieser Querstange saß ein Adler. Karl der Große hat den Adler ganz bewusst als Integrationssymbol für sein Heiliges Römisches Reich übernommen und damit beide Welten vereint.

Das Wappen des Heiligen Römischen Reiches zeigte einen schwarzen Adler in goldenem Feld. Aus diesem Wappen leiteten sich die Reichsfahne und die Reichsfarben Schwarz und Gold ab. Das Abbild des Adlers war schon bei den römischen Kaisern beliebt, und außer auf der Reichsflagge erschien es im Mittelalter auch auf deutschen Münzen, um auch dort das Fortbestehen des römischen Kaisertums zu symbolisieren.

Entstehung und Ursprung der Farbe Rot im Reichsadler → hier klicken

Die Adlerflagge wurde in der Zeit der Kreuzzüge um ein rot-weißes Kreuzbanner ergänzt, eine Praxis die damals üblich war. Anhand der verschiedenfarbigen Kreuze, deren Gestaltung, oder deren Kombination mit einem andersfarbigen Flaggentuch ließen sich die kreuzfahrenden Nationen oder Ritterorden unterscheiden, und das christliche Bewusstsein eindeutig darstellen. Nach dem Ende der Kreuzzüge wurde die deutsche Kreuzflagge wieder abgeschafft, nur ein kleiner roter Wimpel an der Reichssturmfahne erinnerte noch an sie.

Der Reichsadler in seiner zweiköpfigen Version wurde offiziell im Jahre 1433 unter Kaiser Sigismund eingeführt, wohl um der Darstellung des Adlers des Oströmischen Reiches zu folgen, dessen Stern damals im Sinken begriffen war. Diese Version des Reichswappens und der Reichsflagge wurde bis 1806 beibehalten, und im Prinzip durch Österreich bis 1918 fortgeführt. Das Banner mit dem einköpfigen Adler wurde als Symbol des römischen Königs (also des Kronprinzen bzw. des noch nicht zum Kaiser gekrönten Königs) bis zum Jahre 1806 weitergeführt.

Spezielle und persönliche Fahnen waren die Reichssturmfahne und die Reichsrennfahne: Die Reichssturmfahne zeigte fast immer das Bild des Reichsbanners, jedoch trug sie zusätzlich einen roten Wimpel an der Spitze. Sie wurde vom sogenannten Vorstreiter getragen, dem Grafen von Grüningen. Der Träger der Fahne wurde jeweils vom Kaiser ernannt und mit Stadt und Burg Grüningen belehnt. Der Vorstreit war eine Art Vorgefecht einer Schlacht, das oft über den Verlauf und Ausgang der Schlacht entschied. Der Vorstreit des Kaiserlichen Heeres wurde vom Träger dieser Fahne angeführt. Seit 1336 gehörte die Würde dauerhaft dem Haus Württemberg. Die Würde des Reichssturmfähnrichs wurde 1803 zu einem kurfürstlichen Erbanneramt erhoben, die jedoch mit dem Reich im Jahre 1806 endete. Die Reichsrennfahne zeigte zwei Streifen in Schwarz und Weiß, und in der Mitte zwei gekreuzte rote Schwerter. Sie wurde als persönliches Feldzeichen des römisch-deutschen Kaisers vom Reichsmarschall in der Schlacht persönlich getragen. In Friedenszeiten fand sie in einer bestimmten kaiserlichen Belehnungszeremonie Verwendung, der sogenannten Berennung. Das Amt des Reichsmarschalls lag seit dem 14. Jahrhundert in den Händen der Kurfürsten von Sachsen, das des stellvertretenden Reichsmarschalls bei den Grafen von Pappenheim.

Quelle: Volker Preuß, Ronald Preuß, Jürgen Kaltschmitt

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Lesen Sie hier:
Hintergründe, Geschichte und Fakten zum Thema "Der Adler in der Heraldik"; Ausführungen, Varianten und Entwicklung.

Adler, Wappen, Heraldik

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Landkarte


Quelle: Historical Atlas of Modern Europe, 1902, by R. Lane Poole

Die Landkarte zeigt das Heilige Römische Reich Deutscher Nation in etwa im Jahre 1650, in roter Umrandung.

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Geschichte

1200–1000 v.Chr. · keltische Besiedlung

600 v.Chr. · Herausbildung der germanischen Kultur

58 v.Chr.–455 n. Chr. · die Gebiete links des Rheins und südlich der Donau gehören zum Römischen Reich, zu den Provinzen Germania superior, Germania inferior und Raetia

395 · bei der Teilung des Römischen Reiches kommt das heutige Deutschland an das Weströmische Reich

375 · Hunneninvasion, Beginn der Völkerwanderung, Abwanderung der alten Germanischen Stämme in das Römische Reich, Nachrücken der Franken, Alemannen, Sachsen, Bayern und Thüringer, in das nun nahezu menschenleere Mitteldeutschland wandern Slawen ein, dieses Gebiet wird Germania Slavica genannt

395 · Beginnender Verfall des Weströmischen Reiches

476 · Absetzung des letzten römischen Kaisers Romulus Augustulus, Ende des (West)Römischen Reiches

480–555 · die Merowinger werden zu den Herrschern aller Franken, Herausbildung des Frankenreiches, Unterwerfung der Alemannen, Thüringer, Bayern, Burgunder, Eroberung ganz Galliens bis zu den Pyrenäen und den Alpen

751 · Übergang der Macht von den Merowingern auf die Karolinger

768–814 · Regierungszeit von Karl dem Großen, Unterwerfung der Sachsen, Vergrößerung des Frankenreiches bis auf die Iberische Halbinsel, nach Italien und bis ins heutige Ungarn hinein, das Einflussgebiet reicht im Osten bis an die Oder und die Karpaten

800 · Karl der Große wird zum Kaiser gekrönt

818–888 · Streitigkeiten unter den Nachfolgern von Karl dem Großen führen immer wieder zu Teilungen des Reiches (Verträge von Wirten [Verdun] 843, Meersen 870, Wirten [Verdun] 879 und Ribemont 880)

888 · Endgültige Teilung des Reiches in ein Westfrankenreich (Frankreich), Ostfrankenreich (Deutschland) und Italien

ca. 900 · im Ostfrankenreich bilden sich fünf Stammesherzogtümer heraus (Sachsen, Bayern, Schwaben, Franken und Lothringen), Beginn der Ostexpansion in der Germania Slavica zwischen den Flüssen Saale/Elbe und Oder/Neiße, bis 1400 Anschluss von Mecklenburg, Brandenburg, der Markgrafschaft Meißen, Schlesien und Pommern, der Deutsche Orden erobert im Auftrag der Könige von Polen (Ost)Preußen, Pomerellen (Westpreußen) und erwirbt die Gebiete der heutigen Staaten Lettland und Estland, Konfrontaion mit der Westexpansion Polens

951 · der ostfränkische König Otto wird König der Langobarden (Italien)

02.02.962 · der ostfränkische König Otto I. wird zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt (das Reich umfasst die Gebiete des heutigen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, den Osten Frankreichs [Lothringen], die Niederlande, Ostbelgien, Slowenien, Norditalien und Böhmen), in den folgenden Jahrhundertern bildet sich kein einheitlicher Zentralstaat (wie Frankreich) heraus, sondern die Herrschaft des Kaisers muss sich immer wieder gegen die Interessen der Herzöge, Fürsten und Städte behaupten, durch Erbteilungen entstehen im Heiligen Römischen Reich bis zu 1.600 souveräne Gebietskörperschaften

987 · Aussterben der letzten Karolinger im Westfrankenreich

1356 · Erlass der Goldenen Bulle durch Kaiser Karl IV., die verfassungsrechtliche Urkunde des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Festschreibung eines Wahlkönigtums durch sieben Kurfürsten (von Trier, Mainz, Köln, Pfalz, Sachsen, Brandenburg und Böhmen), wenn sich auch die Anzahl der Kurfürsten zeitweise änderte, blieb die Bulle bis zum Ende des Reiches im Jahre 1806 gültig

1517 · Martin Luther verbreitet seine reformierenden, protestantischen Thesen

1520–1530 · Ausbreitung der Reformation

1618–1648 · Dreißigjähriger Krieg im Deutschen Reich als Auseinandersetzung zwischen Evangelischen und Katholischen Widersprüchen und der Einflussnahme ausländischer Mächte (Schweden, Frankreich, Dänemark), Tod von bis zu einem Viertel der Bevölkerung, Schwächung der Macht des Kaisers

15.–18. Jahrhundert · Aufstieg von Preußen zur Großmacht, in wachsender Konkurrenz mit dem Haus Habsburg (Österreich)

1792, 1796, 1800 und 1805 · Invasionen französischer Revolutionstruppen unter Napoléon in das Deutsche Reich, das Deutsche Reich unterliegt und wird von Napoléon territorial umgestaltet

1801 · alle linksrheinischen Gebiete werden an Frankreich abgetreten und von diesem einverleibt

1803 · Reichsdeputationshauptschluss, Umgestaltung der territorialen Gliederung des Deutschen Reiches, geistliche Besitzungen werden enteignet, alte Fürstenterritorien und freie Städte werden enteignet oder aufgehoben und alten oder neuen Fürstentümern übertragen, die Zahl der Gebietskörperschaften des Reiches wird dadurch von 300 auf 60 reduziert

1804 · der Deutsche Kaiser Franz II. nimmt den Titel "Kaiser von Österreich" an, und ist somit Kaiser eines Kaiserreichs innerhalb seines Kaiserreichs

12.07.1806 · Napoléon erzwingt die Gründung des Rheinbundes, ein Zusammenschluss von sechzehn süd- und südwestdeutschen Staaten unter französischem Protektorat

01.08.1806 · die Rheinbundstaaten erklären sich für souverän und lösen sich vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation

06.08.1806 · Kaiser Franz II. legt die Krone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nieder, das Reich endet, verbleibende oder nachfolgende Strukturen sind der Rheinbund, Preußen und Österreich

Quelle: Wikipedia (D), Atlas zur Geschichte, Discovery '97, Volker Preuß

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