Die Flagge von Artois ist eine Wappenflagge, sie zeigt das Bild des Wappenschildes. Ihre Gestalt geht auf das Jahr 1237 zurück, als das Land eine Grafschaft der Kapetinger wurde.
Als König Ludwig IX. von Frankreich 1237 die Grafschaft Artois wieder einrichtete, übertrug er sie auf seinen jüngeren Bruder Robert. Ludwig und Robert sind beide Söhne von König Ludwig VIII., der Löwe, und Blanka von Kastilien, also Kinder der Verbindung der Dynastien von Frankreich und Kastilien. Darum wurde für Robert, als den Grafen von Artois ein Wappen geschaffen, welches die Heraldik der Kapetinger von Frankreich mit der Heraldik von Kastilien kombinierte. So wurde das Wappen der Kapetinger mit einem roten Turnierkragen ergänzt, der Robert als jüngeren Sohn kennzeichnete (den Regeln der französischen Heraldik folgend), und auf dessen Lätzen je drei mal eine goldene Burg erschien, das Symbol Kastiliens. Das Wappen der Kapetinger zeigte drei goldene Lilien auf Blau, jedoch war das Wappen ursprünglich mit Lilien bestreut. Ab 1365 (andere Quellen nennen 1376), wurde die Anzahl der Lilien jedoch auf drei reduziert. Das Lilien-Symbol ist sehr alt, schon der germanische Stamm der Franken hat es verwendet.
Die bis zur Französischen Revolution bestehenden Provinzen (bzw. Gouvernements) waren historisch gewachsene Gebilde, die sich oft aus ehemaligen Lehensgebieten der französischen Krone, historischen Grafschaften und Herzogtümern heraus entwickelt hatten, oft über hunderte von Jahren bestanden und Regionalität (kulturelle Besonderheiten und regionale Sprachen) bewahrt hatten. Der Französischen Revolution waren solche Erscheinungen natürlich nicht erwünscht, und im Rahmen ihrer blutigen und gewalttätigen Gleichmacherei wurden jegliche regionale Bezüge ausgemerzt. Kurz nach der Revolution wurden die Provinzen aufgelöst und Frankreich in viele kleine Départements aufgeteilt, die annähernd gleich groß sein und den gleichen Status haben sollten, gesteuert über Präfekte der Zentralverwaltung in Paris. Benannt wurden die Départements nach Flüssen oder Gebirgen, um auf keinen Fall den Namen einer der alten Provinz zu verwenden. Es gelang jedoch nicht, die Verbindungen der Einwohner Frankreichs zu ihrer jeweiligen historisch gewachsenen Region abzuschneiden, so dass im Jahre 1960 wieder Regionen geschaffen wurden. Von wirklicher Eigenverantwortung kann dabei kaum die Rede sein. Die Regionen sollen lediglich die wirtschaftliche, soziale, gesundheitliche, kulturelle und wissenschaftliche Entwicklung der Region fördern, Wohnraum und Wohnverhältnisse im Auge behalten und bei bestimmten Themen unterstützen, z. B. bei: Städtebaupolitik, Stadtsanierung, Regionalplanung, Bewahrung der regionalen Identität und Förderung der Regionalsprachen. Bei der Bildung der Regionen wurden Départements, die in einer bestimmten historischen Provinz lagen, zu einer historisch oft gleichnamigen Region administrativ zusammengefasst. Die dabei entstandenen Gebilde deckten sich nur annähernd mit den Grenzen historischer Provinzen. Im streng zentralistischen Frankreich wird jedoch jedwede verantwortliche Regionalität vermieden. Die Regionen haben noch nicht mal eigene Siegel, mit denen eigene rechtsverbindliche Beschlüsse gekennzeichnet werden könnten. So etwas ist gar nicht vorgesehen. Von daher ist alles, was Wappen oder Flaggen angeht absolut ohne Belang. Die Logos der Regionen werden allgemein verwendet, dabei auch schon mal farblich umgekehrt und auch beliebig auf Flaggen oder Bannern platziert. Regeln gibt es keine, es sind keine offiziellen Symbole. Die Logos und Flaggen der Regionen sehen darum oft aus wie Firmenlogos, lieblos, unhistorisch, technokratisch und modernistisch. Darum gibt es den meisten dieser Regionen es eine Art von inoffiziellen Wappenflaggen, die an historische heraldische Vorbilder erinnern sollen. Diese haben aber lediglich schmückenden Charakter und sind kein Symbol hoheitlicher Aufgaben. Die 1960 angelegten Regionen wurden 2014 sogar in Frage gestellt und eine Gebietsreform beschlossen – zentral von Paris aus – welche die Anzahl der Regionen durch Fusionen auf fast die Hälfte verringerte. Die Regionen und ihre Organe wurden dazu noch nicht mal gefragt.
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Antike · Besiedelung durch den keltischen Stamm der Atrebaten
55 v. Chr. · römische Eroberung
5. Jahrhundert n. Chr. · Eroberung und Besiedlung durch die Franken
481–863 · zum Frankenreich, Bildung der Grafschaft Arras (Atrecht, Artois)
863 · Judith, die Tochter Karl des Kahlen, heiratet den Grafen Balduin Eisenarm von Flandern, Artois kommt als Mitgift an die Grafschaft Flandern
880 · Vertrag von Verdun und Ribbemont, bei der Teilung des Frankenreiches kommt Flandern (Westflandern, Kron-Flandern) an das Westfränkische Reich (Frankreich)
1180 · Isabella von Hennegau, Nichte von Philipp Graf von Flandern, heiratet Philipp II. August, König von Frankreich, Artois kommt als Mitgift an Frankreich
1237 · König Ludwig IX. von Frankreich richtet die Grafschaft Artois wieder ein, und überträgt sie auf seinen jüngeren Bruder Robert, als Robert I. Graf von Artois, Begründer der Linie Frankreich-Artois
1384 · Artois kommt durch Heirat an das Herzogtum Burgund
1477 · Tod von Karl dem Kühnen, Herzog von Burgund, in den Folgejahren Erbfolgestreit
1482 · Frieden von Arras, Artois kommt an Frankreich
1493 · Frieden von Senlis, Artois kommt als Mitgift für Margareta von Österreich (Tochter von Kaiser Maximilian) an das Haus Habsburg, wird Teil der Habsburgischen Niederlande, und damit Teil des Deutschen Reichs
1526 · Frieden von Madrid, der französische König Franz I. verzichtet auf Flandern und Artois
1529 · Frieden von Cambrai, der französische König Franz I. verzichtet auf Flandern und Artois
1559 · Frieden von Câteau-Cambresis, der französische König Heinrich II. verzichtet auf Flandern und Artois
1643 · Dreißigjähriger Krieg, Frankreich erobert Teile von Artois und die Hauptstadt Arras
1659 · Pyrenäischer Frieden, Habsburg muss Artois an Frankreich abtreten, Artois bleibt jedoch mit bestimmten Sonderrechten eines Ständestaats ausgestattet, die eine eigene Ständeversammlung (eine Art Parlament), oder sogar Steuerhoheit gegenüber dem König bedeuten können
1776 · die schon im 14. Jahrhundert geschaffenen Gouvernements der Zivilverwaltung des Königreiches Frankreich werden auf eine Anzahl von 39 Stück festgeschrieben und entsprechen so der Anzahl der Provinzen, in den Vorjahren konnten auch mehrere Provinzen in einem Gouvernement zusammengefasst sein
1798 · anlässlich der Französischen Revolution wurde der Ständestaat Artois und die damit verbundenen Privilegien abgeschafft und die gesamte Region in zwei Departements zerlegt (Pas-de-Calais und Somme)
1960 · Wiedereinführung von Regionen in Frankreich, Artois spielt dabei keine Rolle, Bildung der Region Nord-Pas-de-Calais, natürlich nicht innerhalb historischer Grenzen, sondern durch Einbindung der Departements Nord und Pas-de-Calais
2016 · die Region Nord-Pas-de-Calais geht zusammen mit der Region Picardie in der neuen größeren Region Hauts-de-France auf
Der Name des Landes "Artois" und auch der seiner Hauptstadt "Arras" (deutsch: Atrecht) gehen auf den keltischen Stamm der "Atrebaten" zurück, der in der Zeit der römischen Herrschaft hier siedelte. Der lateinische Name des Landes war "Artesia", der Ursprung der "Artesischen Brunnen", die hier um 1126 erstmalig gebaut wurden.