14., 15., 16. Jhd.,
Farben der Hanse,
seit 1692,
Handelsflagge,
Quelle, nach: Flags of the World
1815–1891,
Staatsflagge,
Quelle, nach: Flags of the World
seit 1891,
Staatsflagge (mit Flaggenwappen)
Seitenverhältnis = 2:3,
Quelle, nach: Flags of the World,
bremen.de
1891–1892,
Seedienstflagge,
Seitenverhältnis = 2:3,
Quelle, nach: Flags of the World,
bremen.de
1893–1921,
Seedienstflagge,
Seitenverhältnis = 2:3,
Quelle, nach: Flags of the World
1921–1933,
Seedienstflagge,
Seitenverhältnis = 3:5,
Quelle, nach: Flags of the World
1933–1934,
Seedienstflagge,
Seitenverhältnis = 3:5,
Quelle, nach: Flags of the World
Die allgemeine Flagge Bremens zeigt acht abwechselnd rote und weiße Streifen, und nahe am Mast einen senkrechten Streifen mit umgekehrter Farbreihenfolge, so dass ein zweireihiges Schachbrettmuster entsteht. In dieser Form war die Flagge seit dem Ende des 17. Jahrhunderts verbreitet und wurde von Bremischen Schiffern und anderen Privatpersonen und auch von der Stadt Bremen so genutzt. Vorher dürften einfarbige rote Flaggen mit einem silbernen Schlüssel in der Mitte (daher die Stadtfarben: Rot und Weiß) oder die weiß-roten Flaggen des Hansebundes verwendet worden sein, der im 17. Jahrhundert seine Bedeutung verloren hatte. Es soll jedoch auch Flaggen mit neun Streifen gegeben haben, am oberen und unteren Ende der Flagge mit einem roten Streifen beginnend und endend.
Ab 1815 führte die Stadt Bremen das Stadtwappen auf ihrer Flagge. Schiffer und Privatpersonen durften diese Flagge im Prinzip nicht verwenden, aber wahrscheinlich hat man sich nicht immer daran gehalten, so dass im 19. Jahrhundert offizielle Stadtflaggen aufkamen, die zwölf oder gar vierzehn Streifen zeigten, um sich als Hoheitszeichen besser von den privat genutzten Flaggen abzuheben.
Im Jahre 1891 wurde die Anzahl der Streifen amtlich festgelegt: zwölf für die offiziellen Flaggen der Stadt, acht für die privat genutzten Flaggen (Handelsflagge). Im gleichen Jahr wurde auch ein neues großes Wappen angenommen. Es zeigte nicht nur Schild, Krone und Schildhalter, sondern zusätzlich eine Helmzier, aus der ein goldener Löwe herausragt, der den silbernen Schlüssel der Stadt wie eine Flagge in den Pranken hält.
Die Regelung mit der Anzahl der Streifen und auch das große Wappen (heute 'Flaggenwappen') hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Es gibt (und gab schon seit dem 19. Jahrhundert) auch Flaggen mit acht Streifen, die das mittlere Wappen der Stadt, mit Schild und Krone in einem weißen Feld in der Mitte zeigen. Die Stadt Bremen handhabt die Verwendung ihres Wappens sehr restriktiv. Es ist amtlichen Stellen vorbehalten, und von daher dürfte diese Flagge auch nur von Ämtern der Stadt Bremen verwendet werden. Dennoch gibt es sie im Handel und wird inoffiziell verwendet. Privatpersonen dürfen eigentlich nur das Wappenzeichen der Stadt verwenden (s. u.).
Erwähnenswert ist die Seedienstflagge (Landesdienstflagge der bremischen Schifffahrt). Auch sie wurde 1891 im Design der amtlichen Flaggen eingeführt, und zeigte in der Oberecke zusätzlich einen kleinen blauen Anker. Bereits im Jahre 1893 wurde sie von einer Flagge abgelöst, die für alle Küstenstaaten des Deutschen Reiches eingeführt wurde, um ein einheitliches Erscheinungsbild der Behörden auf See zu gewährleisten. Sie entsprach der kaiserlichen schwarz-weiß-roten Marinedienstflagge des Deutschen Reiches, und unterschied die einzelnen Länder nur durch eine Wappendarstellung in der Oberecke der Flagge. Drei Jahre der Abdankung des Kaisers wurde eine neue Seedienstflagge eingeführt, die wieder der schwarz-weiß-roten Marinedienstflagge des Deutschen Reiches (diesmal mit dem Staatswappen in der Mitte) entsprach, und auch die Länderkennung im Obereck trug.
Im Jahre 1933 ergriffen die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland, was sich in einer Übergangsphase bis 1934 im Aussehen von vielen Wappen und Flaggen bemerkbar machen sollte. Auf den Dienstflaggen wurde nun eine Darstellung des Reichsadlers verwendet, so wie sie auf der Flagge des Reichspräsidenten zu sehen war. Der Adler wurde ohne Schild, nur auf einer weißen Scheibe, ein wenig außer der Mitte in Richtung Fahnenmast verschoben platziert. Für die Nationalsozialisten galten die föderale Struktur des Deutschen Reiches, seine historisch gewachsenen Länder, als überholt, als Relikte einer zu überwindenenden Vergangenheit. In diesem Sinne wurden mehrere Gesetze erlassen, am 31.03.1933 das 'Vorläufige Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich', am 07.04.1933 das 'Zweite Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich' und schließlich, am 30.01.1934 das 'Gesetz über den Neuaufbau des Reiches'. Die föderale Länder-Struktur des Deutschen Reiches wurde damit durch die Gaue der NSDAP abgelöst, die Länder wurden bedeutungslos. Ämter und Behörden hatten ab jetzt die Hakenkreuzflagge als Dienstflagge zu verwenden, und zwar bis zum 15. September 1935, als mit dem Reichsflaggengesetz eine Dienstflagge für alle Ämter und Behörden des Reiches geschaffen wurde. Die Ministerpräsidenten der Länder, ab spätestens 1933 alle von der NSDAP – und dann meist Reichsstatthalter genannt – blieben jedoch bis 1945 im Amt. Die entsprechenden Landesfarben galten mit Einschränkungen zwar weiter, auf jeden Fall aber nicht in Form von Flaggen. Sie wurden z.B. vereinzelt an Uniformen der SA oder bei bestimmten Dienstgraden der Hitlerjugend in der Brustschnur verwendet.
Nach dem Krieg wurde die Verwaltung innerhalb des Deutschen Reiches neu aufgebaut, und zwar lokal, über die Struktur der Länder. Das waren teilweise alte Länder, teilweise wurden neue Länder geschaffen. Dabei besann man sich oft der alten Landesfarben und reaktivierte sie – oder man schuf neue – für eingeschränkte hoheitliche Aufgaben, die der Kontrolle durch die Alliierten unterstanden.
Bremen wurde 1947 als Land wieder gegründet, und wurde 1949 Teil der BRD, die Flaggen von 1891 wurden wieder eingeführt, und im Jahre 1952 auch die Seedienstflagge. Ebenso wurde 1947(?) ein neues großes Wappen eingeführt, mit Schild Krone und Schildhaltern auf einem Podest. Das alte große Wappen von 1891 wird jedoch vom Senat weiter verwendet, und als 'Flaggenwappen' bezeichnet.
Quelle/Source: Flags of the World,
Wikipedia (D),
Jürgen Kaltschmitt,
Uniform-Fibel
Wappenzeichen von Bremen
Quelle, nach: bremen.de
mittleres Wappen von Bremen
Quelle, nach: bremen.de
großes Wappen von Bremen
Quelle: bremen.de
Flaggenwappen von Bremen
Quelle: bremen.de
Das Wappen von Bremen zeigt einen silbernen Schlüssel auf rotem Grund. Das Symbol des Schlüssels geht auf das Siegel der Stadt von 1366 zurück, als in das neue Siegel, neben einem Abbild des Kaisers, eine Darstellung des Heiligen Petrus mit dem Schlüssel aufgenommen wurde. Petrus ist der Schutzpatron des Doms zu Bremen, und der Himmelsschlüssel ist sein Symbol, abgeleitet von den Worten Jesu: „Ich will Dir des Himmelreiches Schlüssel geben“. In der kleinen Version des Wappens, wurde nur der Schlüssel verwendet, in farbiger Darstellung als silbernener Schlüssel auf Rot. Bremen war 1810 von Frankreich annektiert worden, und im Jahre 1811 wurde das Wappen von Bremen durch Napoléon abgeändert. Es zeigte einen schwarzen Schlüssel auf Gold, und ein rotes Schildhaupt, das mit drei goldenen Bienen belegt war. Die Vergabe von goldenen Bienen war eine speziele Form der Ehrung durch Napoléon, die auch andere Gebiete erfahren haben, so z.B. die Insel Elba. Im Jahre 1813 kehrte man zum alten Wappen zurück.
Im Jahre 1891 wurde ein neues großes Wappen angenommen. Es zeigte nicht nur Schild, Krone und Schildhalter, sondern zusätzlich eine Helmzier, aus der ein goldener Löwe herausragt, der den silbernen Schlüssel der Stadt wie eine Flagge in den Pranken hält. Im Jahre 1947, als das Land Bremen neu gegründet wurde, hat man ein neues großes Wappen eingeführt, mit Schild Krone und Schildhaltern auf einem Podest. Das alte große Wappen von 1891 wird jedoch vom Senat weiter verwendet, und als 'Flaggenwappen' bezeichnet.
Quelle/Source: Flags of the World,
Wikipedia (D),
bremen.de
bis 1919, Kokarde von Bremen
Die BRD und ihre Länder, interaktive Karte:
Quelle: Volker Preuß
Quelle/Source: Stielers Hand-Atlas, Justus Perthes, 1891
Die Landkarte zeigt die Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck ca. 1890 in orangefarbener Umrandung. Die Grenze des Deutschen Reiches ist rot, die Preußens blau, die von Mecklenburg-Schwerin gelb, die von Mecklenburg-Strelitz braun, und die Oldenburgs grün unterlegt.
Fläche: 419 km²
Einwohner: 659.500 (2011)
Bevölkerungsdichte: 1.574 Ew./km²
Religionen: 44% Protestanten, 12% Katholiken, 46% Nicht-Religiöse
Hauptstadt: Bremen ist ein Stadtstaat
Amtssprache: Deutsch
sonstige Sprachen: Niederdeutsch
Währung bis 1876: 1 Taler = 72 Grote = 360 Schwaren, 1 Grote = 10 Silbergroschen
Währung 1868–1871: 1 Taler = 30 Silbergroschen = 360 Pfg.
Währung 1871–1924: 1 Mark = 100 Pfennig
Währung 1924–1948: 1 Reichsmark (RM) = 100 Reichspfennig (Rpf.)
Quelle/Source:
Wikipedia (D),
Der Michel
9 n.Chr. · Varusschlacht, die Römischen Legionen werden geschlagen, ihre Legionsadler (Standarten) werden Beute der Germanen. Auf der Suche nach den Adlern werden die Römer Jahre später in der Gegend des heutigen Bremen in einem Schrein fündig, und können einen Adler zurück ins Römische Reich bringen
1. Jhd. · die Römer betreiben in der Gegend des heutigen Bremen einen Flottenstützpunkt, der germanische Stamm der Chauken (später die Sachsen) siedelt im Bereich des heutigen Bremen
782 · Bremen wird zum ersten Mal urkundlich erwähnt
787 · Gründung des Bistums Bremen (Bremen wird Bischofssitz)
849 · Bremen wird Erzbistum, der Erzbischof von Hamburg verlegt seinen Sitz nach Bremen
888 · Marktrecht
1186 · "Gelnhauser Privileg", die Regierungsgewalt geht von der Kirche auf Kaiser und Senat über
1233 · die Rechte der Stadt werden bestätigt, Bremen entwickelt sich zur freien Reichsstadt
1260 · erster Beitritt zum Hansebund (mit Unterbrechungen bis 1669)
1522 · Ankunft der Reformation
1580–1586 · die Reformation setzt sich durch, Bremen wird evangelisch
1618–1648 · Dreißigjähriger Krieg, Bremen bleibt weitgehend verschont
1646 · der Status als freie Reichsstadt wird bestätigt
1648 · Westfälischer Friede, das Erzbistum Bremen wird sekularisiert und in die Herzogtümer Bremen und Verden aufgeteilt und an Schweden abgetreten, die Stadt Bremen verbleibt beim Deutschen Reich
1715 · Schweden verkauft die Herzogtümer Bremen und Verden an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover)
1741 · Kurhannover anerkennt die freie und Reichsstadt Bremen nachdem die Stadt Ländereien abgetreten hat
1792–1805 · Angriffe französischer Revolutionsarmeen auf das Reich
1795 · das Reich tritt das gesamte linke Rheinufer an Frankreich ab
1810 · Bremen und Verden und die Stadt Bremen werden von Frankreich annektiert
1814–1815 · Wiener Kongress, Neuordnung Europas nach der Ära Napoléon, die Stadt Bremen wird Souveräner Staat im Deutschen Bund, Bremen und Verden kommt an das Königreich Hannover
1827 · die Stadt Bremen erwirbt das Gebiet des heutigen Bremerhaven zur Anlage eines neuen größeren Hafens, 1837 wird die Gemeinde Bremerhaven gegründet
1866 · die Stadt Bremen wird Bundesland im Norddeutschen Bund
1871 · die Stadt Bremen wird Bundesland im Deutschen Reich
1934 · die territoriale Länder-Struktur des Deutschen Reiches wird durch die Gaue der NSDAP abgelöst, die Länder werden bedeutungslos
1939–1945 · Zweiter Weltkrieg, Bremen wird durch Bomben stark zerstört
27.04.1945 · Einmarsch britischer Truppen, die Stadt Bremen wird Teil der britischen und Teil der US-amerikanischen Besatzungszone
1949 · die Stadt Bremen wird Bundesland der BRD
2010 · die Stadt Bremen erwirbt in Bremerhaven die "Luneplate" von Niedersachsen, das Territorium von Bremen vergrößert sich um 14,95 km²
Quelle/Source: Atlas zur Geschichte,
Wikipedia (D),
Schwarzbuch der Vertreibung
Der Name "Bremen" geht auf das altsächsische Wort "bremo" zurück, was "Rand" bedeutet. Möglicherweise ein Hinweis auf die Lage des alten Bremen am Rand einer Düne. Auf Latein heißt der Ort Brema.
Quelle/Source: Wikipedia (D)