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- Teilstaat der Vereinigten Republik Tansania
- aus den Inseln Unguja (Sansibar) und Pempa bestehend
• Flagge
• historische Flaggen
• Bedeutung/Ursprung der Flagge
• Wappen
• Bedeutung/Ursprung des Wappens
• Landkarte
• Zahlen und Fakten
• Geschichte
• Ursprung des Landesnamens

Nationalflagge,
Seitenverhältnis = 3:4,
Quelle, nach:
Flags of the World





1856–1963,
Nationalflagge,
Quelle, nach: Wikipedia (EN)




1856–1963(?),
Flagge des Sultans,
Quelle: Wikipedia (EN)




ca.1918–1955,
Flagge des Britischen Resident Minister,
Seitenverhältnis = 1:2,
Quelle: Flags of the World




1955–1963,
Flagge des Britischen Resident Minister,
Seitenverhältnis = 1:2,
Quelle: Flags of the World




1957–1977,
Flagge der Afro-Shirazi Partei,
Seitenverhältnis = 2:3,
Quelle: Flags of the World, i.colnect.net, blogspot.com




1963–1964,
Nationalflagge,
Seitenverhältnis = 2:3,
Quelle: Flags of the World




1964,
Volksrepublik Pemba,
Nationalflagge,
Seitenverhältnis = 2:3,
Quelle: Flags of the World




Jan. 1964,
Nationalflagge,
Seitenverhältnis = 2:3,
Quelle: Flags of the World




Jan. 1964–Apr. 1964,
Nationalflagge,
Seitenverhältnis = 2:3,
Quelle: Flags of the World




1964–2005,
Flagge von Tansania,
Seitenverhältnis = 2:3,
Quelle: Flags of the World






Die Flagge Sansibars war ursprünglich einfarbig rot, so wie die Flagge von Oman, dem Vorfahr und Bruder des Landes. Anlässlich der Unabhängigkeit wurde allerdings eine grüne Scheibe mit zwei gelben Gewürznelken hinzugefügt. Nelken sind der bedeutendste Exportartikel der Insel und Grund für deren Wohlstand. Die Flagge der Afro-Shirazi-Partei, die im Januar 1964 durch einen blutigen, antiarabischen Staatsstreich an die Macht kam, zeigte drei waagerechte Streifen in Blau, Schwarz und Grün mit einer gelben Hacke im schwarzen Mittelstreifen. Nach dem Staatsstreich wurde im Januar 1964 für wenige Tage eine schwarz-gelb-blaue Trikolore verwendet. Noch im Januar wurde diese Flagge durch eine Flagge in Blau, Schwarz und Grün ersetzt. Manchmal wird zusätzlich ein schmaler weißer Streifen am Liek erwähnt, was aber wahrscheinlich auf eine Fehlinterpretation des weißen Besatzbandes an einer Hissflagge zurückzuführen ist. Als Sansibar sich mit Tanganjika zu Tansania zusammenschloss wurden die Flaggen beider Länder zur Nationalflagge von Tansania verschmolzen. In den Folgejahren hatte Sansibar offiziell keine eigene Flagge, es musste die Flagge von Tansania verwendet werden. Die Forderungen nach Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und auch nach einer eigenen Flagge wurden ab dem Jahr 2000 immer lauter, und so darf Sansibar seit dem 10.01.2005 wieder eine eigene Flagge verwenden. Es ist die alte blau-schwarz-grüne Trikolore, jedoch in der Oberecke um die Flagge Tansanias ergänzt. Rot ist im Bereich des Indischen Ozeans eine Flaggenfarbe mit großer Tradition und großer Verbreitung, von den Küsten Arabiens, über Sansibar bis zu den Maldiven, die in engem Zusammenhang zum Islam steht. Rote Flaggen haben bzw. hatten alle islamischen Dynastien, die sich auf die Herkunft von den Alawiten (auch Aliden genannt, Abkömmlinge Ali's) berufen (z.B. heute noch Marokko, ehemals Nordjemen), oder auch die arabischen Emirate, einschließlich Omans. Oman hatte früher, bis etwa 1730 auch die gesamte afrikanische Ostküste unterworfen (bis weit ins heutige Mosambik hinein), und durch Verlegung des Regierungssitzes nach Sansibar (ca. 1830) ein neues Reich (Sansibar) begründet, welches auch dessen rote Flagge führte.
Quelle:
Wikipedia (EN),
Die Welt der Flaggen,
Volker Preuß


1890–1963,
Wappen Sultanat Sansibar,
Quelle, nach: eh.lenin.ru

1955–1963,
Badge des Britischen Resident Minister,
Quelle, nach: Flaggenbuch 1939

1963–1964,
Emblem Sultanat Sansibar,
Quelle, nach: Wikipedia (EN)

heutiges Wappen von Sansibar,
Quelle, nach: Wikipedia (EN)

Das Wappen des Sultanats Sansibar zeigte eine zentrale arabische Inschrift auf einem runden Schild, umgeben von roten Fahnen und zwei Löwen. Zwei Spruchbänder oben und unten zeigten jeweils den Landesnamen in Englisch und in Arabisch. Das Badge des Britischen Resident Minister zeigte eine arabische Dhau mit einer roten Fahne auf hoher See, darüber die britische Krone. Anlässlich der Unabhängigkeit wurde ein grünes Emblem mit zwei gelben Gewürznelken auf der roten Flagge hinzugefügt. Gewürznelken waren der bedeutendste Exportartikel des Landes. Da heutige Wappen des Landes zeigt ein Oval mit einer Küstenlandschaft, je eine Küste links und rechts. Das werden die Küsten von Unguja (Sansibar) und Pempa sein, die zentral auch als Silhouetten auftauchen.
Quelle: Volker Preuß


Fläche: 2.654 km², davon: Unguja 1.666 km², 896.721 Ew. (2012) und Pemba 984 km², 406.808 Ew. (2012)
Einwohner: 1.889.773 Ew. (2022), davon 56 % Shirazi (Sansibar-Afrikaner), ferner Suaheli, Araber, Perser, Somalier, Inder
Religionen: meist Moslems
Bevölkerungsdichte: 712 Ew./km²
Hauptstadt: Sansibar, 501.459 Ew. (2012)
Amtssprachen: Englisch, Suaheli
sonstige Sprachen: Arabisch, Hindi, Urdu
Währung: tansanische Währung: Tansania-Schilling (TZS, TSh) = 100 Cents
Zeitzone: MEZ + 2 h
Quelle:
Wikipedia (D),
Wikipedia (EN)

Antike · Besiedlung durch Bantu-Stämme (Hadimu, Tumbatu)
8.–15. Jhd. · Sansibar ist häufiges Ziel arabischer und persischer Händler, Gründung von Handelsposten, Islamisierung, arabische Besiedlung
28.01.1499 · der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama besucht Sansibar
1503 · die Portugiesen errichten einen Handelsposten und beginnen die Insel und auch die gesamte afrikanische Ostküste zu beherrschen
1698 · Araber im Dienste des Sultans von Oman erobern die Insel und vertreiben die Portugiesen von der Insel, bis 1728 von der gesamten afrikanischen Ostküste mit Ausnahme von Mosambik
1730 · die Insel Sansibar wird - wie die gesamte afrikanischen Ostküste zwischen Kap Delgado und Mogadischu - vom Sultanat Oman offiziell annektiert, Sansibar wird ein Zentrum des Sklavenhandels und unterliegt einem wachsenden arabischen Einfluss
1818 · der Sultan von Oman führt die Gewürznelke ein
1830 · (nach anderen Quellen 1832 oder sogar 1824) Sultan Seyyid Said von Oman verlegt seine Residenz von Maskat nach Sansibar, Zuwanderung von weiteren Arabern
1856 · Tod des Sultan Seyyid Said von Oman, in Folge britischem Drucks Teilung des Landes (Teilung der Dynastie in zwei Linien) in das Sultanat Oman und das Sultanat Sansibar
06.04.1861 · das Sultanat Sansibar (die Inseln Sansibar, Pemba, Lamu, Manda, Patta einschließlich der gesamten afrikanischen Ostküste zwischen Kap Delgado und Mogadischu) trennt sich offiziell von Oman, wird ein unabhängiger Staat und unmittelbar von Großbritannien anerkannt, wachsender britischer Einfluss
1873 · Großbritannien verbietet den Sklavenhandel im Sultanat Sansibar
1884 · die Deutsch-Ostafrikanische Kolonial-Gesellschaft erwirbt Territorien im Hinterland der sansibarischen Afrikaküste
17.02.1885 · das Deutsche Reich verkündet sein Protektorat über das Sultanat Sansibar
01.11.1886 · deutsch-britische Vereinbarung, das Staatsgebiet des Sultanats Sansibar wird definiert: die Inseln Sansibar, Pemba, Lamu, Manda, Patta, ein 18,5 km breiter Küstenstreifen der afrikanischen Ostküste zwischen Kap Delgado und Kipini sowie die Städte Kismaayo, Baraawe, Merka, Mogadischu und Warshiikh
1887 · das Sultanat Sansibar verpachtet die afrikanische Ostküste bei Kipini an die britische Imperial East African Company
1888 · das Sultanat Sansibar verpachtet die Küste zwischen Kap Delgado und den britischen Gebieten an die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft
28.10.1890 · das Sultanat Sansibar verkauft die Küste zwischen Kap Delgado und den britischen Gebieten für 4 Millionen Mark an die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft
01.07.1890 · Helgoland-Sansibar-Vertrag, das Deutsche Reich verzichtet auf sein Protektorat über Sansibar, im Gegenzug Erwerb der Insel Helgoland von Großbritannien und die Abtretung von Deutsch-Witu (im heutigen Kenia, 1885 in Besitz genommen) an Großbritannien
01.08.1890 · der Sultan von Sansibar verbietet erneut den Sklavenhandel
05.08.1890 · britisch-französischer Vertrag, Zustimmung Frankreichs zum geplanten Erwerb Sansibars durch Großbritannien
07.11.1890 · Großbritannien errichtet sein Protektorat über das Sultanat Sansibar, die Sultane von Sansibar regieren künftig im Auftrag der britischen Krone, die durch einen Residenten in Sansibar vertreten ist
1892 · das Sultanat Sansibar verpachtet seine verbliebenen Besitzungen an der Somaliküste (Kismaayo, Baraawe, Merka, Mogadischu und Warshiikh) an Italien
01.07.1895 · die bisher an Großbritannien verpachtete afrikanische Ostküste bei Kipini wird britisches Protektorat (Britisch-Ostafrika [Kenia])
1906 · das Sultanat Sansibar verkauft Kismaayo, Baraawe, Merka, und Warshiikh an Italien
1924 · das Sultanat Sansibar verkauft Mogadischu an Italien
1957 · Großbritannien gewährt eingeschränkte Autonomie
24.06.1963 · Großbritannien gewährt Selbstverwaltung
10.12.1963 · das Sultanat Sansibar wird unabhängig und Mitglied des Commonwealth
12.01.1964 · Revolution, Sturz des Sultans, Sansibar wird Volksrepublik, Massaker an der arabischen Bevölkerung, noch im Januar kommt es zu einem Staatsstreich, die Afro-Shirazi-Partei ergreift die Macht
27.04.1964 · die Volksrepublik Sansibar vereinigt sich mit der Republik Tanganjika zur "Vereinigten Republik von Tanganjika und Sansibar"
29.10.1964 · Umbenennung in "Vereinigte Republik von Tansania"
1965 · Einführung des Ein-Parteien-Systems (Afro-Shirazi-Partei)
Oktober 1995 · erste freie Wahlen in Sansibar nach 30 Jahren
seit 2000 · Erstarken der islamistisch geprägten Unabhängigkeitsbewegung, die für eine Trennung von Tanganjika eintritt
Quelle:
Atlas zur Geschichte,
World Statesmen,
Wikipedia (DE),
Wikipedia (EN),
Volker Preuß

Der Ursprung des Namens "Sansibar" ist nicht genau bekannt. Es gibt jedoch einige Theorien:
• Der Name wurde zusammengesetzt aus "zengi" (Name eines lokalen Bantu- Stammes) und "bar" (arabisches Wort für 'Küste')
• Der name wurde zusammengesetzt aus "zandj" (arabisches Wort für 'Schwarzer Mann') und "bar" (arabisches Wort für 'Küste')
• Der Name geht auf das griechische Wort für Ingwer zurück: "zingiberis"
In der lokalen Sprache Suaheli, die durch Mischung der Bantu-Sprachen mit Arabisch entstanden ist, heißt die Insel Unguja ("Ungudscha"), was man mit "bevölkerter Raum" übersetzt.
Quelle:
Meyers Konversationslexikon 1909,
Wikipedia (DE),
Wikipedia (EN),
Volker Preuß
