Alle französischen Kolonien, hatten über lange Zeit keine eigene Flagge. Es musste die französische Trikolore gehisst werden. Das gilt im Prinzip bis heute. Der Status der Kolonien änderte sich über die Jahre. Einige sind heute Überseedepartements, und damit ein ultraperipherischer Teil Frankreichs und auch der EU; andere sind Überseegemeinschaften, die autonom sind, und nicht Teil Frankreichs oder der EU. Überseedepartements gehören – nicht wie die Departements des Mutterlandes – zu keiner administrativen Region Frankreichs, sondern bilden eine eigene Region. Die Gebietskörperschaft muss demzufolge offiziell die Flagge Frankreichs verwenden, jedoch können der Generalrat als oberstes gewähltes Kollegialorgan eines französischen Départements und auch der Regionalrat als oberstes gewähltes Kollegialorgan einer französischen Region eigene Flaggen haben. Diese Départements- und Regionsflaggen haben allerdings oft das Erscheinungsbild von Firmenflaggen mit Logos oder gar stilisierten Bildern, wirken lieblos, unhistorisch, technokratisch und modernistisch, denn im streng zentralistischen Frankreich wird jedwede Regionalität oder gar ein Bezug zur Geschichte vermieden. Darum sind diese Regions-Logo-Flaggen unbeliebt und werden kaum benutzt. Auf Wallis und Futuna gibt es für lokale Zwecke eine inoffizielle Flagge, die neben der Flagge Frankreichs gehisst weden darf. Sie wurde der Gestaltung des Wappens nachempfunden und ist rot mit der französischen Trikolore in der Oberecke und trägt im fliegenden Ende ein weißes stilisiertes Kreuz, das aus vier Dreiecken gebildet wird. Diese stehen für die drei Königreiche auf den Inseln und die französische Verwaltung. Die drei Königreiche Alo, Sigave und Uvea haben jedes seine eigene Flagge, die als gemeinsames Merkmal die französische Flagge in der Oberecke zeigen.
Das Wappen von Wallis und Futuna zeigt einen roten Schild mit der französischen Trikolore in der Oberecke und ein weißes stilisiertes Kreuz seitlich im Schildfuß, das aus vier Dreiecken gebildet wird. Diese stehen für die drei Königreiche auf den Inseln und die französische Verwaltung.
1616 · die niederländischen Seefahrer Jacob Le Maire und Willem Cornelisz Schouten entdecken die Inseln Futuna und Alofi, die von ihnen "Horn-Inseln" genannt werden
1767 · der englische Seefahrer Samuel Wallis entdeckt die nach ihm benannten Wallis-Inseln
1768 · die Inselgruppe der Horn-Inseln wird vom französischen Seefahrer Louis Antoine de Bougainville wiederentdeckt, er nennt sie "Futuna"
1888 · Schaffung des vereinigten Protektorats der Inseln Wallis und Futuna
1961 · Wallis und Futuna wird Übersee-Territorium ("territoire d’outre-mer")
2003 · Verfassungsänderung in Frankreich, Wallis und Futuna wird "collectivité d’outre-mer"
Die Wallis-Inseln wurden 1767 von dem Engländer Wallis entdeckt, und bekamen seinen Namen. Die Futuna-Inseln wurden 1616 durch die niederländischen Seefahrer Jacob Le Maire und Willem Cornelisz Schouten entdeckt, die sie "Horn-Inseln" nannten. Danach gerieten sie Inseln in Vergessenheit und wurden erst 1768 von dem französischen Seefahrer Louis Antoine de Bougainville wiederentdeckt, der sie "Futuna" nennt, und zwar exakt: "Futuna – das verlorene Kind des Pazifik".