Das Wappen von Fézensac stammt aus dem 10. Jahrhundert, als die Grafschaft Fézensac als Erbe zwischen zwei Söhnen aufgeteilt wurde. Der ältere behielt die Grafschaft Fézensac – nur eben territorial verkleinert – der jüngere Bruder erhielt die neu geschaffene Grafschaft Armagnac. Beide Grafschaften verwendeten das gleiche Wappen. Es zeigte einen roten Löwen auf Silber. Im Jahre 1140 vereinigte Graf Géraud III. von Armagnac seine Grafschaft mit der Grafschaft Fézensac, weil er ohne männlichen Erben geblieben war, wobei der Name Armagnac und auch das Wappen beibehalten wurden.
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Die bis zur Französischen Revolution bestehenden Provinzen (bzw. Gouvernements) waren historisch gewachsene Gebilde, die sich oft aus ehemaligen Lehensgebieten der französischen Krone, historischen Grafschaften und Herzogtümern heraus entwickelt hatten, oft über hunderte von Jahren bestanden und Regionalität (kulturelle Besonderheiten und regionale Sprachen) bewahrt hatten. Der Französischen Revolution waren solche Erscheinungen natürlich nicht erwünscht, und im Rahmen ihrer blutigen und gewalttätigen Gleichmacherei wurden jegliche regionale Bezüge ausgemerzt. Kurz nach der Revolution wurden die Provinzen aufgelöst und Frankreich in viele kleine Départements aufgeteilt, die annähernd gleich groß sein und den gleichen Status haben sollten, gesteuert über Präfekte der Zentralverwaltung in Paris. Benannt wurden die Départements nach Flüssen oder Gebirgen, um auf keinen Fall den Namen einer der alten Provinz zu verwenden. Es gelang jedoch nicht, die Verbindungen der Einwohner Frankreichs zu ihrer jeweiligen historisch gewachsenen Region abzuschneiden, so dass im Jahre 1960 wieder Regionen geschaffen wurden. Von wirklicher Eigenverantwortung kann dabei kaum die Rede sein. Die Regionen sollen lediglich die wirtschaftliche, soziale, gesundheitliche, kulturelle und wissenschaftliche Entwicklung der Region fördern, Wohnraum und Wohnverhältnisse im Auge behalten und bei bestimmten Themen unterstützen, z. B. bei: Städtebaupolitik, Stadtsanierung, Regionalplanung, Bewahrung der regionalen Identität und Förderung der Regionalsprachen. Bei der Bildung der Regionen wurden Départements, die in einer bestimmten historischen Provinz lagen, zu einer historisch oft gleichnamigen Region administrativ zusammengefasst. Die dabei entstandenen Gebilde deckten sich nur annähernd mit den Grenzen historischer Provinzen. Im streng zentralistischen Frankreich wird jedoch jedwede verantwortliche Regionalität vermieden. Die Regionen haben noch nicht mal eigene Siegel, mit denen eigene rechtsverbindliche Beschlüsse gekennzeichnet werden könnten. So etwas ist gar nicht vorgesehen. Von daher ist alles, was Wappen oder Flaggen angeht absolut ohne Belang. Die Logos der Regionen werden allgemein verwendet, dabei auch schon mal farblich umgekehrt und auch beliebig auf Flaggen oder Bannern platziert. Regeln gibt es keine, es sind keine offiziellen Symbole. Die Logos und Flaggen der Regionen sehen darum oft aus wie Firmenlogos, lieblos, unhistorisch, technokratisch und modernistisch. Darum gibt es den meisten dieser Regionen es eine Art von inoffiziellen Wappenflaggen, die an historische heraldische Vorbilder erinnern sollen. Diese haben aber lediglich schmückenden Charakter und sind kein Symbol hoheitlicher Aufgaben. Die 1960 angelegten Regionen wurden 2014 sogar in Frage gestellt und eine Gebietsreform beschlossen – zentral von Paris aus – welche die Anzahl der Regionen durch Fusionen auf fast die Hälfte verringerte. Die Regionen und ihre Organe wurden dazu noch nicht mal gefragt.
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771 · Karl der Große übernimmt Aquitanien und überträgt später es als Königreich seinem jüngsten Sohn Ludwig dem Frommen, Karl richtet die Grafschaft Fézensac ein, um die wiederholten Aufstände der Basken gegen die Herrschaft der Karolinger zu bekämpfen, als erster Karolingischer Graf wird Leuthard von Paris (Haus der Matfriede) erwähnt
819 · König Pippin I. von Aquitanien ernennt Aznar Sanche zum Grafen der Gascogne
836 · die Grafschaft Fézensac ist wieder im Besitz der Basken, gehört zur Baskischen Gascogne und entwickelt sich zu deren zentralem Bestandteil
848 · Graf Sanche Mitarrat nennt sich selbst Herzog der Gascogne
920 · Tod von Garcia Sanchez le Tors, das Erbe (das Herzogtum Gascogne) wird unter seinen drei Söhnen aufgeteilt, der Großteil der Gascogne geht an Sancho III., die Grafschaften Astarac und Fézensac an die anderen Brüder – nach dem Tod von Wilhelm Garcia, Graf von Fézensac, wird die Grafschaft unter den Söhnen aufgeteilt, der ältere Sohn Othon erhält die Grafschaft Fézensac, sein jüngerer Bruder Bernard le Louche erhält die durch die Teilung neu geschaffene Grafschaft Armagnac
1140 · Graf Géraud III. von Armagnac vereinigt seine Grafschaft mit der Grafschaft Fézensac, weil er ohne männlichen Erben geblieben war
Die Namen geografischen Armagnac and Fézensac sind baskisch-okzitanischen Ursprungs und schwer zu erklären. Angeblich soll jedoch der Name Armagnac ein alter Familienname sein, nach dem diese Gegend benannt wurde.