Das Wappen der Champagne zeigt einen weißen Schrägrechtsbalken auf Blau, der oben und unten von goldenen Linien begrenzt wird, jeweils belegt mit einem Krückenschnitt. Die Heraldik des Wappens geht wahrscheinlich auf die Grafen von Blois zurück, die 1020 mit der Champagne belehnt wurden. Ihr Wappen wurde ein offensichtlich wenig abgewandelt und auf die Grafschaft übertragen.
Die bis zur Französischen Revolution bestehenden Provinzen (bzw. Gouvernements) waren historisch gewachsene Gebilde, die sich oft aus ehemaligen Lehensgebieten der französischen Krone, historischen Grafschaften und Herzogtümern heraus entwickelt hatten, oft über hunderte von Jahren bestanden und Regionalität (kulturelle Besonderheiten und regionale Sprachen) bewahrt hatten. Der Französischen Revolution waren solche Erscheinungen natürlich nicht erwünscht, und im Rahmen ihrer blutigen und gewalttätigen Gleichmacherei wurden jegliche regionale Bezüge ausgemerzt. Kurz nach der Revolution wurden die Provinzen aufgelöst und Frankreich in viele kleine Départements aufgeteilt, die annähernd gleich groß sein und den gleichen Status haben sollten, gesteuert über Präfekte der Zentralverwaltung in Paris. Benannt wurden die Départements nach Flüssen oder Gebirgen, um auf keinen Fall den Namen einer der alten Provinz zu verwenden. Es gelang jedoch nicht, die Verbindungen der Einwohner Frankreichs zu ihrer jeweiligen historisch gewachsenen Region abzuschneiden, so dass im Jahre 1960 wieder Regionen geschaffen wurden. Von wirklicher Eigenverantwortung kann dabei kaum die Rede sein. Die Regionen sollen lediglich die wirtschaftliche, soziale, gesundheitliche, kulturelle und wissenschaftliche Entwicklung der Region fördern, Wohnraum und Wohnverhältnisse im Auge behalten und bei bestimmten Themen unterstützen, z. B. bei: Städtebaupolitik, Stadtsanierung, Regionalplanung, Bewahrung der regionalen Identität und Förderung der Regionalsprachen. Bei der Bildung der Regionen wurden Départements, die in einer bestimmten historischen Provinz lagen, zu einer historisch oft gleichnamigen Region administrativ zusammengefasst. Die dabei entstandenen Gebilde deckten sich nur annähernd mit den Grenzen historischer Provinzen. Im streng zentralistischen Frankreich wird jedoch jedwede verantwortliche Regionalität vermieden. Die Regionen haben noch nicht mal eigene Siegel, mit denen eigene rechtsverbindliche Beschlüsse gekennzeichnet werden könnten. So etwas ist gar nicht vorgesehen. Von daher ist alles, was Wappen oder Flaggen angeht absolut ohne Belang. Die Logos der Regionen werden allgemein verwendet, dabei auch schon mal farblich umgekehrt und auch beliebig auf Flaggen oder Bannern platziert. Regeln gibt es keine, es sind keine offiziellen Symbole. Die Logos und Flaggen der Regionen sehen darum oft aus wie Firmenlogos, lieblos, unhistorisch, technokratisch und modernistisch. Darum gibt es den meisten dieser Regionen es eine Art von inoffiziellen Wappenflaggen, die an historische heraldische Vorbilder erinnern sollen. Diese haben aber lediglich schmückenden Charakter und sind kein Symbol hoheitlicher Aufgaben. Die 1960 angelegten Regionen wurden 2014 sogar in Frage gestellt und eine Gebietsreform beschlossen – zentral von Paris aus – welche die Anzahl der Regionen durch Fusionen auf fast die Hälfte verringerte. Die Regionen und ihre Organe wurden dazu noch nicht mal gefragt.
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Antike · Besiedlung durch die keltischen Stämme der Remer, Trikassen, Melden, Lingonen und Sennonen
55 v. Chr. · römische Eroberung, Angliederung an das Römische Reich, an die Provinzen Gallia Belgica und Gallia Lugdunensis
4.–5. Jahrhundert n. Chr. · Völkerwanderung, die heutige Champagne wird von Franken aber auch Burgundern besiedelt
451 · Schlacht auf den Katalaunischen Feldern, der römische Feldherr Flavius Aëtius stoppt den Vormarsch der Hunnen unter Attila
5. Jahrhundert · Entstehung des Fränkischen Königreichs um die Stadt Doornik (Tournai, heute in Belgien) unter Königen aus dem Haus der Merowinger, bis 507 (unter König Chlodwig) Ausdehnung des Reiches bis an den Atlantik, die Pyrenäen und die die Alpen
511 · Tod von König Chlodwig, Aufteilung des Frankenreiches nach salischem Erbrecht unter seine vier Söhne (Residenzen in Paris, Soissons, Orléans, Reims)
ca. 550 · administrative Teilung des Reiches in die Königreiche Austrien (Austrasien), Neustrien und Burgund, die heutige Champagne kommt zu Austrien
570–714 · in der Champagne regieren vom König ernannte Herzöge
639 · Tod von König Dagobert I., die Macht geht auf die Hausmeier aus Austrien über (Karolinger)
687 · Pippin II. setzt sich als Hausmeier im gesamten Frankenreich durch
751 · Pippin der Jüngere (III., Enkel von Pippin II.) beseitigt das merowingische Königtum und lässt sich von den Franken zum König wählen
946 · die Champagne, jetzt aus den Grafschaften Troyes und Meaux bestehend, wird als Lehen an die Grafen von Vermandois gegeben
1019/25 · die Grafen von Blois erhalten die Grafschaften Troyes und Meaux zum Lehen
1107–1152 · Regentschaft von Theobald IV., der Große, aus dem Hause Blois, die Grafschaften Troyes und Meaux sind zur Grafschaft Champagne zusammengefasst
1284 · König Philipp IV. von Frankreich (aus dem Haus der Kapetinger) heiratet Johanna, die Erbin des Königreichs Navarra, der Grafschaft Champagne und der Grafschaft Brie, und bringt diesen Besitz an die französische Krone, der 1361 an Frankreich angeschlossen wurde, wobei die Champagne und auch Navarra gewisse Privilegien behalten können, teilweise bis zur Revolution von 1789, die Champagne als Gouvernement, Navarra als Ständestaat
1468 · König Ludwig XI. von Frankreich überträgt seinen Bruder, Charles de Valois, Herzog von Berry, die Champagne, zusammen mit dem Titel eines Herzogs der Champagne
1776 · die schon im 14. Jahrhundert geschaffenen Gouvernements der Zivilverwaltung des Königreiches Frankreich werden auf eine Anzahl von 39 Stück festgeschrieben und entsprechen so der Anzahl der Provinzen, in den Vorjahren konnten auch mehrere Provinzen in einem Gouvernement zusammengefasst sein
1789 · Französische Revolution, die Gouvernements (Provinzen) werden abgeschafft, die Champagne wird in Départements zerlegt
1960 · Wiedereinführung von Regionen in Frankreich, Bildung der Region Champagne-Ardennen, jedoch nicht innerhalb historischer Grenzen, sondern durch Einbindung der Departements Ardennes, Marne, Aube und Haute Marne
2016 · die Region Champagne-Ardennen geht zusammen mit den Regionen Elsass (Alsace) und Lothringen (Lorraine) in der neuen größeren Region Großer Osten (Grand Est) auf
Der Name "Champagne" ist ein Hinweis auf die agrarische Natur des Landes, die nicht nur für Wein und Champagner bekannt ist. Der Name der Champagne leitet sich vom lateinischen Wort "campus" ab, was "Feld" heißt, und kam über das altfranzösische Wort "champs" in seine Form.