1040–1419, Scarponnois Wappen des Hauses Scarponnois, Quelle, nach:
wappenwiki.org
ab 1445, Châtenois Wappen des Hauses Châtenois, Quelle, nach:
von Flappiefh, d'après BlackBeast5 (File:COA fr Chatenois Les Forges.svg) [GFDL oder CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Das Wappen von Bar zeigt einen blauen Schild, bestreut mit goldenen Kreuzchen und mit belegt mit zwei goldenen Barben. Über den Ursprung des Wappens ist nichts bekannt. Das Wappen geht aber möglicherweise auf das Jahr 1480 zurück, als Herzog René II. von Lothringen Herzog von Bar wurde, denn es kann als heraldische Verbindung der Merkmale der Häuser Scarponnois (vom 11. bis 15. Jhd. Grafen und Herzöge von Bar), Châtenois (ab 1445 Herzöge von Bar), denn immerhin weden die beiden goldenen Barben (Haus Scarponnois) mit einem blauen Untergrund (HausChâtenois) kombiniert.
Die Landkarte zeigt – am Ende des 13. Jahrhunderts – den Süden des Herzogtums Niederlothringen (Ducatus Lotharingiae Inferior) und das Herzogtum Oberlothringen (Ducatus Lotharingiae Superior), und darin, rot markiert, die Grafschaft Bar.
Die bis zur Französischen Revolution bestehenden Provinzen (bzw. Gouvernements) waren historisch gewachsene Gebilde, die sich oft aus ehemaligen Lehensgebieten der französischen Krone, historischen Grafschaften und Herzogtümern heraus entwickelt hatten, oft über hunderte von Jahren bestanden und Regionalität (kulturelle Besonderheiten und regionale Sprachen) bewahrt hatten. Der Französischen Revolution waren solche Erscheinungen natürlich nicht erwünscht, und im Rahmen ihrer blutigen und gewalttätigen Gleichmacherei wurden jegliche regionale Bezüge ausgemerzt. Kurz nach der Revolution wurden die Provinzen aufgelöst und Frankreich in viele kleine Départements aufgeteilt, die annähernd gleich groß sein und den gleichen Status haben sollten, gesteuert über Präfekte der Zentralverwaltung in Paris. Benannt wurden die Départements nach Flüssen oder Gebirgen, um auf keinen Fall den Namen einer der alten Provinz zu verwenden. Es gelang jedoch nicht, die Verbindungen der Einwohner Frankreichs zu ihrer jeweiligen historisch gewachsenen Region abzuschneiden, so dass im Jahre 1960 wieder Regionen geschaffen wurden. Von wirklicher Eigenverantwortung kann dabei kaum die Rede sein. Die Regionen sollen lediglich die wirtschaftliche, soziale, gesundheitliche, kulturelle und wissenschaftliche Entwicklung der Region fördern, Wohnraum und Wohnverhältnisse im Auge behalten und bei bestimmten Themen unterstützen, z. B. bei: Städtebaupolitik, Stadtsanierung, Regionalplanung, Bewahrung der regionalen Identität und Förderung der Regionalsprachen. Bei der Bildung der Regionen wurden Départements, die in einer bestimmten historischen Provinz lagen, zu einer historisch oft gleichnamigen Region administrativ zusammengefasst. Die dabei entstandenen Gebilde deckten sich nur annähernd mit den Grenzen historischer Provinzen. Im streng zentralistischen Frankreich wird jedoch jedwede verantwortliche Regionalität vermieden. Die Regionen haben noch nicht mal eigene Siegel, mit denen eigene rechtsverbindliche Beschlüsse gekennzeichnet werden könnten. So etwas ist gar nicht vorgesehen. Von daher ist alles, was Wappen oder Flaggen angeht absolut ohne Belang. Die Logos der Regionen werden allgemein verwendet, dabei auch schon mal farblich umgekehrt und auch beliebig auf Flaggen oder Bannern platziert. Regeln gibt es keine, es sind keine offiziellen Symbole. Die Logos und Flaggen der Regionen sehen darum oft aus wie Firmenlogos, lieblos, unhistorisch, technokratisch und modernistisch. Darum gibt es den meisten dieser Regionen es eine Art von inoffiziellen Wappenflaggen, die an historische heraldische Vorbilder erinnern sollen. Diese haben aber lediglich schmückenden Charakter und sind kein Symbol hoheitlicher Aufgaben. Die 1960 angelegten Regionen wurden 2014 sogar in Frage gestellt und eine Gebietsreform beschlossen – zentral von Paris aus – welche die Anzahl der Regionen durch Fusionen auf fast die Hälfte verringerte. Die Regionen und ihre Organe wurden dazu noch nicht mal gefragt.
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Antike/Frühmittelalter · Erwähnung eines "Pagus Barensis" (Bargau)
925 · Grafschaft Bar (Bar-le-Duc) als Teil des Deutschen Reiches, im Herzogtum Lothringen, zum Besitz des Bischofs von Toul
942 · Friedrich, ein Adeliger aus dem Haus der Wiegeriche, nennt sich Herzog von Lothringen
953 · Lothringen kommt an den Erzbischof von Köln, Teilung in zwei Herzogtümer, Oberlothringen (an Unterlauf der Mosel) und Niederlothringen (Unterlauf der der Maas)
955 · Friedrich erhält die Grafschaft Bar, in dem er Grundbesitz mit dem Bischof von Toul austauscht, er heiratet im gleichen Jahr Beatrix, die Tochter des Herzogs von Franzien (Teil von Frankreich), was seinen Grundbesitz durch die Mitgift vergrößert
1040 · Sophia, die Erbin der Wiegeriche, heiratet Ludwig von Mousson aus dem Haus der Scarponnois, somit kommt die Grafschaft Bar an das Haus Scarponnois
1302 · Graf Heinrich III. muss für die Landesteile an der Maas die Lehnshoheit von Frankreich anerkennen
1354 · die Grafschaft Bar wird zum Herzogtum erhoben
1419 · Ludwig, seit 1415 Herzog von Bar, tritt das Herzogtum Bar an seinen Großneffen René I. von Anjou ab (jedoch nur das Barrois ducal bzw. non mouvant), der Isabella Este, die Erbtochter des Herzogs Karl I. von Lothringen heiratet, die Landesteile an der Maas (Barrois royal) werden von Frankreich als erledigtes Lehen eingezogen
1445 · Jolande, die Erbin der Anjou, heiratet Friedrich II. von Vaudémont, Entstehung des Hauses Châtenois
1473 · René II., Sohn von Jolande und Friedrich II., wird Herzog von Lothringen
1480 · René II. wird Herzog von Bar (und ist gleichzeitig Herzog von Lothringen, die beiden Länder sind ab jetzt verbunden)
1552 · König Heinrich II. von Frankreich bemächtigt sich der Bistümer Metz, Toul und Verdun und besetzt das Herzogtum Lothringen
1559 · die Franzosen ziehen sich von Lothringen zurück
1618–1648 · Dreißigjähriger Krieg, König Ludwig XIII. von Frankreich besetzt Lothringen im Jahre 1632
1659 · Pyrenäischer Friede, Kardinal Mazarin tritt Lothringen an das Deutsche Reich ab
1670 · König Ludwig XIV. von Frankreich besetzt Lothringen
1733 · Polnischer Erbfolgekrieg, französische Truppen besetzen Lothringen
1738 · Frieden von Wien, Frankreich bekommt Lothringen übertragen, das Land behält jedoch Sitz und Stimmrecht bei den deutschen Reichs- und Kreistagen, Herzog Franz Stephan bekommt als Entschädigung das Großherzogtum Toscana übertragen
Der Name des Landes geht auf die gräfliche Residenzstadt Bar-le-Duc zurück. Die Region ist aber älter, denn schon in der Antike bzw. in Frühmittelalter wurde ein "Pagus Barensis" (Bargau) erwähnt.